Die Kleinschecke oder Tschechische Schecke ist eine
kleine (3,0 bis 3,75 kg, Tschechische Schecke bis 4 kg) Kaninchenrasse.
Aufgrund der Entstehungsgeschichte ist die Rasse in Deutschland als
Kleinschecke bekannt, während sie international, unter anderem auch im
Europastandard als Tschechische Schecke bezeichnet wird.
Aussehen und Besonderheiten der Kleinschecken
Die Kopfzeichnung gleicht der der anderen Punktscheckenrassen, sie
umfasst die Schnauzenzeichnung (den so genannten Schmetterling), die
schmale, aber gleichmäßig breiten Augeneinfassung, die beidseitigen
Backenpunkte und die möglichst scharf abgegrenzte Ohrenzeichnung. Der
Schmetterling sitzt auf der Nasenkuppe und fasst mit seinen Flügeln die
Schnauze bis über die Mundwinkel. Der Unterkiefer soll möglichst weiß
sein. Zur Rumpfzeichnung gehört den Aalstrich, der, unmittelbar hinter den
Ohren beginnend, etwa 2 cm breit auf dem Rückgrat entlang bis zur
Blumenspitze verläuft und die 6-8 möglichst frei stehenden Seitenflecken
an den Flanken. Die Zeichnung der Kleinschecke entspricht damit
vollständig der der Riesenschecke.
Die Kleinschecke gehört wie die Deutsche Riesenschecke, die Englische
Schecke und die Rheinische Schecke zu den Punktscheckenrassen. Wie die
anderen Punktschecken auch, ist die Kleinschecke spalterbig. Verpaarung
typgerechter Tiere untereinander führt zu 25 % einfarbigen Tieren, 50 %
Typschecken und 25 % so genannter Hellschecken. Die meist nicht
lebensfähigen Hellschecken zeigen nur einen unvollständigen Aalstrich und
keine Seitenzeichnung. Hervorgerufen wird dieser Erbgang durch den Faktor
für Punktscheckung (Deutsches Symbol k/K, englisch en/En], der mit einem
so genannten Lethalfaktor verknüpft ist, der dazu führt, dass Hellschecken
eine deutlich verminderte Lebensfähigkeit aufweisen.
Die Kleinschecke ist in den Farbenschlägen schwarz, blau und
havannafarbig zugelassen.
Die entsprechenden Erbformeln lauten:
- schwarz: ABCDgK/ ABCDgk (Deutsche Symbolik bzw. aBCDE En / aBCDE en
(Englische Symbolik).
- blau: ABCdg K/ ABCdg k (Deutsche Symbolik bzw. aBCdE En / aBCdE en
(Englische Symbolik).
- havannafarbig: ABcDg K/ ABcDg k (Deutsche Symbolik bzw. abCDE En /
abCDE en (Englische Symbolik).
Von der Tschechischen Schecke sind darüber hinaus die Farbschläge gelb,
madagaskar (thüringerfarbig), wildfarbig (grau), eisengrau, isabella,
chinchilla und schwarz-gelb zugelassen. Die entsprechenden Erbformeln
dieser Farbschläge lauten:
- gelb: AbCDG K/ AbCDG k (Deutsche Symbolik bzw. ABCDe En / ABCDe en
(Englische Symbolik).
- madagaskar: AbCDg K/ AbCDg k (Deutsche Symbolik bzw. aBCDe En /
aBCDe en (Englische Symbolik).
- wildfarbig (grau): ABCDGK/ ABCDGk (Deutsche Symbolik bzw. ABCDEs En
/ ABCDEs en (Englische Symbolik).
- eisengrau: ABeCDGK/ ABeCDGk (Deutsche Symbolik bzw. ABCDE En / ABCDE
en (Englische Symbolik).
- chinchilla: AchiBCDGK / AchiBCDG k (Deutsche Symbolik bzw. ABCch2DE
En / ABCch2DE en (Englische Symbolik).
- Isabella: AbCdg K/ AbCdg k (Deutsche Symbolik bzw. aBCde En / aBCde
en (Englische Symbolik).
- schwarz-gelb:AbjCDgK/ AbjCDgk (Deutsche Symbolik bzw. aBCDej En /
aBCDej en (Englische Symbolik).
Geschichte der
Rasse
Die
Tschechische Schecke
In Tschechien wurde bereits seit Beginn des 20.Jahrhunderts aus den
sogenannten Böhmischen Kaninchen, d.h. den damals auf den Bauernhöfen
verbreiteten Landkaninchen durch Auslese die Tschechische Schecke
gezüchtet. Besonders verdient um diese Rasse machte sich der Lehrer Jan
Vaclav Kalal. 1913 wurde der „Klub der Veredler und Züchter der
Tschechischen Schecke“ gegründet, dessen Mitglieder sich mit der Zucht
dieser Rasse befassten. Auf dem Weltgeflügelkongress 1936 in Leipzig wurde
die internationale Anerkennung der Tschechischen Schecke mit der
Begründung abgelehnt, diese Tiere wären lediglich verkleinerte Deutsche
Riesenschecken. In Tschechien wurde die Rasse weiter gezüchtet, die
internationale Anerkennung erfolgte 1973. Mit den Bewertungsbestimmungen
für Rassekaninchen in sozialistischen Ländern wurde die Tschechische
Schecke 1980 auch in der DDR als Rasse anerkannt.
Die Kleinschecke
In Unkenntnis der Tatsache, dass in Tschechien bereits ein kleine Rasse
mit dem Zeichnungsbild der Riesenschecke existierte, entschied sich Arnold
Hirt (später in Zuchtgemeinschaft mit Dieter Rapp, Deißlingen) für die
Entwicklung eben dieses Kaninchentyps. Er verpaarte dazu schwach
gezeichnete Englische Schecken mit Deutschen Riesenschecken und
selektierte die Nachkommenschaft entsprechend dem von ihm angestrebten
Zuchtziel. Später wurden auch noch Rheinische Schecken eingekreuzt. 1974
stellte Hirt die ersten Tiere in Stuttgart aus und gab auch Tiere an
Interessenten weiter. Nachdem Hirt und Rapp die Neuzüchtung 1976 erneut
zeigten, fand die Rasse weiterer Verbreitung und auch die faktische
Identität mit den Tschechischen Schecken wurde bekannt. In der Folgezeit
erfolgten Importe tschechischer Tiere in die Bundesrepublik, die zu einer
deutlichen Verbesserung der Kleinschecken führten. Die Anerkennung der
Rasse erfolgte in der Bundesrepublik 1978 als Klein-Schecke.